Heinrich von Kleist

Eingeschickt am Montag, 2. Juni 2008
Fach: Deutsch
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Heinrich von Kleist

Heinrich von Kleist wurde am 18.Oktober 1777 geboren. ( Nach seinen eigenen Angaben am 10.0ktober). Er war deutscher Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist und starb im Alter von 34 Jahren durch Suizid am 21. November 1811 in Wannsee bei Berlin.

„Mein Leben war das allerqualvollste, das je ein Mensch geführt hat“ (Heinrich von Kleist)
Heinrich von Kleist wurde am 18.Oktober 1777 geboren. ( Nach seinen eigenen Angaben am 10.0ktober). Er war deutscher Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist und starb im Alter von 34 Jahren durch Suizid am 21. November 1811 in Wannsee bei Berlin. Familie Heinrich von Kleist gehört einer alten, ursprünglich pommerschen Adelsfamilie an, die für ihre starke Militärtradition bekannt war. Vater
  • Joachim Friedrich von Kleist
  • Er war Stabskapitän beim Infanterieregiment in Frankfurt an der Oder
Heinrich
  • Aus erster Ehe seines Vaters mit Caroline Luise, geb. Wulffen, hatte Kleist 2 Halbschwestern Wilhelmine (Minette) und Ulrike Philippine.
  • Kleist Vater heiratete 1775 Juliane Ulrike, geb. von Pannwitz, mit der er 5 Kinder hatte: Friederike, Auguste Katharina, Heinrich, Leopold Friedrich und Juliane (Julchen).
  • Kleist verwaiste früh.( Tod des Vaters 1788)
  • Ausbildung und Militärlaufbahn (1792-99)
  • 1788: Nach dem Tod seines Vaters wurde Kleist in ein Erziehungsinstitut nach Berlin geschickt.
  • Juni 1792: trat er dann in das Garderegiment zu Potsdam ein.
  • Er war 16, als er 1793 an der Belagerung von Mainz teilnahm. Des Weiteren wirkte er auch am Rheinfeldzug Preußens gegen das französische Revolutionsheer mit.
  • Anfang 1795 kamen Kleist dann die ersten Zweifel am Militärdasein.
  • Doch er blieb noch 4 Jahre beim Militär: 1795 wurde er zum Fähnrich und 1797 zum Sekondeleutnant befördert.
  • Privat aber nahm er mathematische und philosophische Studien in Potsdam auf und erwirbt sich den Universitätszugang.
  • Im März 1799 hat er endgültig genug vom Militär und beginnt gegen den Willen der Familie (die nur auf Reichtum, Würde und Ehre aus ist) wissenschaftliche Studien aufzunehmen.
  • Studium und erste Anstellung
  • Im April 1799 begann Kleist in Frankfurt an der Oder an der Viadrina Mathematik
  • ( Hauptfach), Physik, Kulturgeschichte, Latein und Kameralwissenschaften zu studieren.
  • Besonderes Interesse hatte Kleist für den Physikunterricht bei Professor Christian Ernst Wünsch, bei dem er auch Privatunterricht bekam.
  • Für Kleist „waren die Naturwissenschaften im Sinne der Aufklärung ein objektives Mittel, sich selbst, die Gesellschaft und die Welt zu erkennen - und zu verbessern.“
  • 1799 lernte er die Generalstochter Wilhelmine von Zenge kennen, mit der er sich 1800 schon verlobte.
  • 1800 bricht Kleist auch sein Studium nach 3 Semestern wieder ab, da ihn die wissenschaftliche Ausbildung seit einiger Zeit schon nicht mehr befriedigte.
  • Er nimmt nun eine Stelle als Volontär im preußischen Wirtschaftsministerium an, da die Familie der Braut forderte, dass er ein Staatsamt hat.
„Kant-Krise“ und Reisen (Paris, Schweiz)
  • Kurz darauf hat Kleist seine sogenannte „Kant-Krise“: Nach dem Studium von Kants Lektüren, muss Kleist erkennen, dass es keine absolute Wahrheit geben kann und so fällt sein Glaube an die Zuverlässigkeit der menschlichen Erkenntnis zusammen. Er wendet sich von den Wissenschaften ab und der Literatur zu.
  • Sein selbst aufgestellter Lebensplan, der die Eheschließung mit Wilhelmine von Zengen und eine Karriere als Wissenschaftler vorsieht, scheitert.
  • Seine momentane Lebenskrise versucht er durch eine Reise zu entfliehen. Im Frühjahr 1801 reist er mit seiner Schwester Ulrike über Dresden nach Paris.
  • Die Reise nach Paris vertiefte die Krise aber nur noch mehr. Durch den Einfluss von Rousseau fasste er den Entschluss ein einfaches und naturverbundenes Leben als Landmann zu führen.
  • Kleist ging in die Schweiz und lebte ab April 1802 auf einer Insel in der Aare bei Thun in der Schweiz.
  • Die Verlobung mit Wilhelmine wurde gelöst, da sie nicht nach seine Vorstellungen als Bäuerin mit ihm zusammenleben wollte. (Lebensplan scheitert entgültig)
  • 1802 hat er in Weimar eine Begegnung mit Goethe und Schiller.
  • Er begann an dem Trauerspiel „Die Familie Schoffenstein“ zu schreiben. Bald darauf arbeitete er an dem Trauerspiel „Robert Guiskard Herzog der Normänner“ und an dem Lustspiel „ Der zerbrochene Krug“.
  • Im Frühjahr 1803 reist Kleist nach Deutschland. Er trifft seinen Jugendfreund Ernst von Pfuel wieder, mit dem er dann zusammen nach Paris reist.
  • In Paris verbrennt er dann die Fertiggestellten Teile des „Guiskard Herzog der Normänner“.
  • Kleist hatte nun die Idee gefasst, mit der französischen Armee gegen England zu kämpfen, um in der Schlacht zu sterben, doch er konnte überredet werden nach Potsdam zurückzukehren.
  • Im Dezember 1803 beantragte er in Berlin eine Anstellung im diplomatischen Dienst.
Königsberg
  • Kurze Tätigkeit im Finanzdepartement Mitte 1804.
  • Ab dem 6. Mai 1805 arbeitete er als Beamter im Vorbereitungsdienst ohne festes Gehalt in Königsberg. Er sollte sich von dem Staats- und Wirtschaftstheoretiker Christian Kraus in Kameralistik ausbilden lassen.
  • In dieser Zeit vollendet Kleist unter anderem „Den zerbrochenen Krug“ und die Erzählung „Michael Kohlhaas“.
  • Kleist fasste den Entschluss aus dem Staatsdienst aufzugeben und sich nur noch durch „dramatische Arbeiten“ zu ernähren.
  • Doch auf dem Weg nach Berlin wurde Kleist und seine Begleiter 1807 von französischen Behörden als angebliche Spione verhaftet und in französische Gefängnisse transportiert wurde.
Dresden und Prag
  • Nach seiner Freilassung reist Kleist dann nach Dresden.
  • Zusammen mit dem Geschichtsphilosophen Adam Heinrich Müller gab Kleist ab Januar 1808 die Kunstzeitschrift „Phöbus“ heraus.
  • Im Dezember 1808 vollendete Kleist das patriotische Drama „Die Hermannsschlacht“, das die Deutschen zum gerechten Befreiungskampf aufrütteln sollte. (Besetzung Preußens)
  • Ende Mai 1809 reiste Kleist dann nach Prag. Dort fasste er mit Dahlmann zusammen den Plan eine patriotische Zeitschrift namens „Germania“ herauszugeben.
Berlin
  • Im November 1809 kam Kleist für einen Monat nach Frankfurt an die Oder, doch er reiste dann wieder nach Berlin, wo er bis zu seinem Tod blieb.
  • In Berlin verkehrte er in romantischen Kreis um die Dichter Brentano, v. Arnim und Fonqué.
  • Im April 1810 erschien der erste Band mit seinen Erzählungen (Michael Kohlhaas, Die Marquis von O…, Das Erdbeben von Chili).
  • Nach der Einstellung des „Phöbus“ startete Kleist ab dem 1.Oktober 1810 ein neues Zeitungsprojekt: Die „Berliner Abendblätter“ (Es war ein täglich erscheinendes Zeitungsblatt mit lokalen Nachrichten.)
  • Im Frühjahr 1811 musste er die Herausgabe der Zeitung einstellen, da es verschärfte Zensurbestimmungen gab, die diese nicht erfüllte.
  • Eine Anstellung in der preußischen Verwaltung scheiterte und so musste Kleist innerhalb kürzester Zeit Erzählungen schreiben, um sich einen Lebensunterhalt verdienen zu können. So entstand sein zweiter band mit Erzählungen.
  • Nahezu ohne Mittel und innerlich verzweifelt wurden die Gedanken an einen Freitod stark genährt.
  • Er fand die Krebskranke Henriette Vogel als Begleiterin, die diesen Weg mit ihm ging.
  • Mit ihrer Einverständnis erschoss Kleist am 21. November 1811 am kleinen Wannsee im Südwesten Berlins zuerst Henriette und dann sich selbst.
Werke
  • Robert Guiskard, Herzog der Normänner (Fragment) (1802/3)
  • Die Familie Schroffenstein (1802)
  • Der zerbrochene Krug (1803-1806)
  • Amphitryon (erschienen 1807)
  • Das Erdbeben in Chili
  • Die Marquis von O… (erschienen 1808 im Phöbus, Buchausgabe 1810 in Erzählungen 1.Band)
  • Die Hermannsschlacht (1808 vollendet)
  • Penthesilea (erschienen 1808)
  • Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe (1807/8)
  • Michael Kohlhaas (1808 erschienen im Phöbus, Buchausgabe 1810 die Erzählungen 1.Band)
  • Katechismus der Deutschen (1809)
  • Anekdoten (erschienen 1810/11 in den Berliner Abendblättern)
  • Das Bettelweib von Locarno
  • Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik. Eine Legende.
  • Über das Marionettentheater
  • Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden
  • Die Verlobung in St. Domingo
  • Der Findling
  • Der Zweikampf
  • Prinz Friedrich von Homburg (Die Schlacht von Fehrbellin)
Persönlichkeit und Scheitern
  • Sein Streben nach Wahrhaftigkeit und sein Bemühen, die bürgerlichen Ideale der Aufklärung zu verwirklichen, haben ihn seinem eigentlichen gesellschaftlichen Stand total entfremdet.
  • Seine Ruhelosigkeit spiegelt sich in seinen vielen Reisen wider.
  • Er fasst als Beamter und Schriftsteller nie richtig Fuß.
  • Literarische und Journalistische Misserfolge häufen sich.
  • Die Aufführung seiner Stücke wird entweder gleich abgelehnt oder sie fallen beim Publikum durch.
  • Sein persönliches Scheitern und die politische Lage (Trumphe Napoleons und politisches Scheitern) trieben ihn in den Selbstmord.
  • Die Kleist-Forschung hat Probleme ihn geistesgeschichtlich einzuordnen. Er lässt sich nicht ohne weiteres entweder in die Romantik oder Klassik einordnen.
  • Er ging gesellschaftlich und persönlich isoliert in den Freitod, bevor er seine Begabung voll entfalten konnte.

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