Von Transitionskriegen zu Bruchlinienkriegen

Eingeschickt am Sonntag, 15. Juni 2008
Fach: Politik
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Von Transitionskriegen zu Bruchlinienkriegen

Transitionskriege sind zeitlich begrenzte Eroberungskriege, die aus politischen Gründen geführt werden. Meistens geht es um die Kontrolle oder Eroberung von Gebieten.

Transitionskriege (transition = vorrübergehend)

Transitionskriege sind zeitlich begrenzte Eroberungskriege, die aus politischen Gründen geführt werden. Meistens geht es um die Kontrolle oder Eroberung von Gebieten. Die Gründe können sein:
  • Rohstoffe
  • Expansionsgründe
  • Weltanschauung (Kommunismus vs. Kapitalismus)
Beispiele für typische Transitionskriege:
  • Korea- und Vietnamkrieg (Weltanschauung)
  • Iran/Irak Krieg (Rohstoffe)
  • USA/Irak Krieg (Rohstoffe unter dem Vorwand der Weltanschauung)

Bruchlinienkriege

Bruchlinienkriege müssen unterschieden werden zwischen innerstaatlichen und zwischenstaatlichen Konflikten.
Generell sind Bruchlinienkriege gewaltsame Konflikte zwischen Gemeinschaften, die unerschiedlichen Kulturen angehören. (Samuel P. Huntington)
Anlass und Ursache ist meist, dass fundamentale und tief verwurzelte Fragen der Identität auf dem Spiel stehen.

Innerstaatliche Bruchlinienkriege

  • Sind schlimmer als zwischenstaatliche und dauern im Schnitt sechs mal länger.
  • Finden zwischen Gruppen statt, die innerhalb des Staates an geographisch unterschiedlichen Stellen lokalisiert sind.
  • Meist will die kleinere, unterlegenere Gruppe ihren Ausschluss aus dem Staatsgefüge, also ihre Unabhängigkeit.
  • Diese Konflikte sind kaum durch Verhandlungen oder Kompromisse beizulegen und Abmachungen werden meist nicht eingehalten, da der Hass und der Stolz auf die eigene Identität zu groß ist.
  • Typische Symptome von Bruchlinienkriegen sind brutalste Bürgerkriege mit Massakern und terroristischen Anschlägen.
  • Oft enden Bruchlinienkriege im Völkermord. Gebiete werden erobert, zurückerobert und ethnisch "gesäubert". Die Bevölkerung wird vertrieben oder massakriert, was dann als Befreiung dargestellt wird.
Beispiel für einen innerstaatlichen Bruchlinienkrieg ist der Jugoslawienkrieg in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts.

Übergang vom Transitionskrieg zum Bruchlinienkrieg am Beispiel des Afghanistankriegs (1979-1989)

Der Afghanistankrieg war ein typischer Krieg in der zweiten Hälfte des Kalten Krieges. Die Sowjetunion versuchte ihre Stärke zu demonstrieren, in dem sie Afghanistan angriff, um den Zugang zum persischen Golf und somit wichtige Ölvorkommen in ihren Machtbereich zu bringen. Die Sowjetunion war damals einer der zwei großen Supermächte der Welt mit rund einem sechstel der Weltoberfläche in ihrem Machtbereich und es wurde nicht mit all zu großem Widerstand gerechnet. Bis hierhin typischer Transitionskrieg Die Muslime auf der ganzen Welt sahen im sowjetischen Überfall jedoch einen Angriff auf den Islam, was von den Sowjets aber nie beabsichtigt war. Übergang zum Bruchlinienkrieg Die Amerikaner, deren großes Bestreben es war, den Kommunismus auf der Welt zu bekämpfen, nutzten die Situation aus und unterstützten die Widerstandsgruppen und Muddjaheddin in Afghanistan mit militärischer Ausbildung und hochmodernen Waffen. Gleichzeitig unterstützten saudische Multimillionäre und Milliardäre den Widerstand mit rießigen Summen. Freiwillige muslimische Kämpfer aus aller Welt wurden mit Hilfe der CIA und der Inter-Service Intelligence Agency (Pakistanischer Geheimdienst) in Pakistan ausgebildet und ausgerüstet, bevor sie nach Afghanistan geschickt wurden, wo sie für ihre Religion kämpfen konnten. Weiterhin lieferte die CIA den Muddjaheddin detailierte Satellitenbilder über die sowjetischen Truppenbewegungen. Nach einem Jahrzehnt Abnutzungskrieg wurden die Sowjets schlussendlich durch drei Faktoren besiegt, denen sie nichts entgegenzusetzen hatte:
  • Die Technologie der Amerikaner
  • Das Geld der Saudis
  • Die Demographie und der Glaubenseifer der Muslime
Zurück blieben erfahrene Kämpfer, Ausbildungslager, logistische Einrichtungen und hochentwickelte transislamische Netzwerke. Nicht zuletzt hinterließen die USA den Mullahs eine rießige Menge militärischen Geräts, unter anderem 300 bis 500 Stinger Luftabwehrraketen (Verbleib unbekannt / noch im Umlauf) und ein berauschendes Gefühl der Macht und des Selbstvertrauens. Sie haben mit Hilfe ihrer Identität und ihrer Religion eine Supermacht der Welt geschlagen und nehmen sich nun die andere vor.

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